Wie weit ist die Heppner-Gruppe 2025 in puncto Energiewende fortgeschritten?
Noémie Feldbauer (NF): Wir haben die Energiewende bereits 2019 eingeleitet und unsere Maßnahmen seither kontinuierlich ausgebaut und strukturiert, um sämtliche Aktivitäten in diesen Transformationsprozess einzubeziehen. Neben der Dekarbonisierung der Kurier- und Zustelldienste auf der letzten Meile haben wir 2025 zudem einen Maßnahmenplan für nationale Transporte bis 2027 verabschiedet. Ziel ist es, unsere CO₂-Emissionen im Vergleich zu 2019 um 20 % zu senken.
Auch im Charterbereich konnten bereits deutliche Fortschritte erzielt werden, insbesondere im Hinblick auf den Energiemix unserer Partnerunternehmen. Da Elektrifizierung und Schienenverkehr die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung unserer Branche darstellen, wurden wir im Rahmen des REMO-Programms durch die GNTC – mit Unterstützung der ADEME – begleitet, um den Einsatz des Schienenverkehrs in den kommenden Jahren weiter auszubauen.
Darüber hinaus haben wir Ende Dezember unsere ersten E-Lkw in Betrieb genommen. Diese Maßnahmen betreffen zehn Standorte und sämtliche Einsatzbereiche in Frankreich. Gleichzeitig erfordern sie umfangreiche Anpassungen der elektrischen Infrastruktur unserer Gebäude, um den Einsatz dieser neuen Technologien zu ermöglichen.
Welche Herausforderungen bringt die Energiewende aktuell für die Unternehmen der Branche mit sich?
Olivier Poncelet (OP): Derzeit stellt vor allem der instabile und unsichere rechtliche, steuerliche und regulatorische Rahmen eine große Herausforderung dar, da er die Planung und Umsetzung der mehrjährigen Investitionen erschwert, die für die Energiewende notwendig sind.
Änderungen bei staatlichen Maßnahmen, z. B. Fördermittel für Biokraftstoffe oder mangelnde Abstimmung zwischen den europäischen, nationalen und lokalen gesetzlichen Rahmenbedingungen, führen leider dazu, dass die Anstrengungen der Unternehmen ausgebremst werden.
NF: Für Heppner ist der Ausbau der Elektrifizierung ein unabdingbarer Schritt für unseren Wandel. Deshalb müssen wir fortwährend in die Infrastruktur für Lkw investieren, auch wenn der Kontext oft schwankend und kaum vorhersehbar ist. Zudem müssen wir das Engagement unserer Mitarbeitenden auf lokaler Ebene stärken, denn neben den technischen und organisatorischen Veränderungen stehen wir auch vor einer kulturellen Herausforderung: Es gilt, Vorbehalte und Unsicherheiten abzubauen, die mit der Weiterentwicklung von Prozessen und Tätigkeitsbereichen verbunden sind.
Warum ist es für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung, am Wandel festzuhalten?
OP: Für die Branche ist Fortschritt selbstverständlich, denn nur so kann sie den Anforderungen ihrer Kunden sowie den wirtschaftlichen und regulatorischen Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden. Wenn sich Spediteure für die Energiewende engagieren, tun sie dies zudem aus echter Überzeugung und Leidenschaft für ihre Branche. Sie wissen, dass sie Teil der Lösung eines globalen Problems sind.
Indem sie ihre Maßnahmen konsequent auf die Reduzierung ihres CO₂-Fußabdrucks ausrichten, rücken sie zugleich den eigentlichen Wert ihrer Tätigkeit in den Mittelpunkt: die zentrale Rolle der Transport- und Logistikbranche als unverzichtbares Fundament der gesamten Wirtschaft.
NF: Wir spüren jeden Tag, wie das Engagement der Gruppe für die Energiewende den internen Zusammenhalt stärkt und unser Unternehmen für potenzielle neue Mitarbeitende attraktiver macht. Die Dekarbonisierungsprojekte schweißen unsere Mitarbeitenden zusammen und erhöhen ihre Kreativität für Lösungen, unseren Kunden Transporte mit geringem CO2-Fußabdruck anbieten zu können. Die Inbetriebnahme unseres neuen Standorts Hoerdt, der mit BREEAM Very Good ausgezeichnet wurde, ist ein starkes Symbol. Es unterstreicht unser Bestreben, uns für die Zukunft zu rüsten und bereits heute bei Heppner Maßnahmen zu ergreifen, um für alle Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Prozesse gewappnet zu sein.

